Archive for Juni 2012

Breit, stark, schwarz – Blauschwarze Holzbiene auf dem Vormarsch

Auffällig ist die Blauschwarze Holzbiene – nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihr lautes Summen. Zielsicher steuert sie derzeit großblütige Wildpflanzen in der Rheinebene und dem Neckartal an, um an den Nektar zu gelangen. Notfalls auch recht rabiat, wenn sie mit ihrem starken Mundwerkzeug die Blüte einfach unten anbeißt. Die Pflanze hat von diesem „Nektarraub“ nichts, weil die Solitärbiene – sie bildet wie die meisten der rund 450 heimischen Wildbienenarten keine Staaten, sondern lebt einzeln – dann weder Staubgefäße noch die Narbe streift und somit keine Bestäubung stattfindet. Trotzdem kann sich derjenige glücklich schätzen, der sie in seinem naturnah angelegten Garten an Platterbsen, Disteln, Natterkopf, Aufrechtem Ziest, Wiesen-Salbei oder Wiesen-Flockenblume beobachten kann. Sie bietet faszinierende Naturbeobachtungen. Diese wärmeliebende Art ist abhängig von totem Holz, in dem sie ihre Nestgänge anlegt. Nachdem sie in den 80er Jahren als stark gefährdet eingestuft wurde, hat sie in den letzten Jahren davon profitiert, dass immer mehr Totholz etwa in Streuobstwiesen oder auch an Waldrändern zugelassen wird. Es wird vermutet, dass sich die wärmeliebende Art aufgrund der Klimaänderung in Regionen oberhalb 500 m ausdehnt.

Informationen über eine wesentlich bekanntere Bienenart, die Honigbiene, können Besucher eines besonderen Aktionstags im Akademie-Natur-Info-Center im Blühenden Barock in Ludwigsburg erfahren: Am Sonntag, 8. Juli bietet Bienenexperte Florian Schimpf spannende Einblicke in die Welt der emsigen Bienen: Wo und wie leben die Honigbienen? Wie sieht es in einem Bienenstock aus? Wie hat sich die Imkerei im Laufe der Zeit entwickelt? Darüber hinaus kann man die geschmackliche Vielfalt des Ludwigsburger Honigs bei einer Verkosten kennenlernen.

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Ausstellung „Natur findet Stadt“ von Tieren lahmgelegt?

Rund eine Woche lang waren mediale Teile der Ausstellung „Natur findet Stadt“, die derzeit im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma zu sehen ist, ausgefallen – die digitalen Bilderrahmen zeigten keine (Tier-)Bilder mehr. Die Ursache war – wie sich nach der Reparatur herausstellte – eine Stromunterbrechung: Es hatten sich mehrere Stromstecker gelöst. Doch woran lag es? Sind Mäuse, Marder oder Siebenschläfer für Stromunterbrechungen im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma verantwortlich?

Es ist nicht auszuschließen, dass kleine Säugetiere wie Mäuse, Siebenschläfer oder Marder den Stromanschluss unterbrochen haben: das Info-Center bietet genügend Schlupfmöglichkeiten. Kurioserweise dreht sich die Ausstellung „Natur findet Stadt“ um gerade diese Tiere, die nun unter Verdacht stehen. Sie leben mitten in der Stadt – nicht selten unbemerkt von vielen Menschen. Mit etwas Glück kann man bei der Ausstellungbesichtigung im Akademie-Natur-Info-Center also auch „echte“ tierische Nachbarn entdecken!

Die Stecker der Ausstellung sind mittlerweile wieder fachmännisch gesichert, so dass ein künftiger Ausfall ausgeschlossen ist. Noch bis Ende September können Erlebnishungrige und Wissensdurstige in der Wilhelma die Ausstellung „Natur findet Stadt“ sowie spannende Aktionstage besuchen. Der nächste Aktionstag findet übrigens nächste Woche am Sonntag, 8. Juli zum Thema „High Tech mit zwei Flügeln – Die Welt der Fledermäuse“ statt.

Stuttgarter Zeitung:                                „Kretschmann schleudert Honig“

Am 25. Juni berichtete die Suttgarter Zeitung von der erfolgreichen Ernte des ersten „Regierungshonigs“:

„Mit sichtlichem Genuss hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Montag im Park der Villa Reitzenstein „das süßeste Produkt unserer Regierungsarbeit“ vorgestellt – einen Regierungshonig. … Die „exklusive Auslese des Ministerpräsidenten“, so steht’s auf dem eigens entworfenen Etikett des „Deutschen Blütenhonigs“ mit baden-württembergischem Qualitätssiegel, soll etwa Staatsgästen als außergewöhnliches Gastgeschenk überreicht werden, sagte Kretschmann.“

Eine leckere Idee! Obendrein wird die Bedeutung der Honigbienen für Mensch und Natur hervorgehoben. Denn neben dem Honig ist insbesondere die Bestäubung von Blütenpflanzen eine wahre Meisterleistung, die Honigbienen vollbringen. Wer mehr über die spannende Welt der Bienen erfahren möchte, sollte sich folgenden Termin dick im Kalender anstreichen: Am Sonntag, 8. Juli lädt das Akademie-Natur-Info-Center im Blühenden Barock zum Aktionstag „Faszination Bienen“ ein. Von 11.00 bis 17.00 Uhr bietet Bienenexperte Florian Schimpf spannende Einblicke in die Welt der emsigen Bienen, zudem kann man sich bei einer Verkostung von der geschmacklichen Vielfalt des Ludwigsburger Honigs überzeugen!

Honigbiene

Foto: Patrizia Tilly – fotolia.com

Wussten Sie schon…

…dass die beiden Quellen „Aach“ bei Stockach und „Blautopf“ in Blaubeuren in puncto Schüttung Deutschlands grösste Quellen sind? Dieses Naturhighlight und viele weitere können Sie in Baden-Württemberg entdecken und schätzen lernen. Denn: Was man kennt und schätzt, das schützt man auch!
Blautopfkloster

Der Blautopf in Blaubeuren mit Kloster im Hintergrund (Foto: Florian Schott)

Neues aus dem Obstgarten (8)                            Von Claus-Peter Hutter

„Wie schnell das geht“, dachte ich bei meinem letzten Besuch auf der Obstwiese. Dort stehen auch zwei Wildkirschenbäume oder vielmehr Halbundhalb-Bäume. Wissen Sie was Halbundhalb-Bäume sind? Nun ja, meine Bezeichnung ist sicherlich fachlich nicht richtig, aber es sind solche Bäume, die einst veredelt wurden und dennoch einen oder mehrere Äste aufweisen, die noch von der Ursprungsunterlage stammen. Das heißt, der ursprüngliche Baum war eine Wildkirsche – so hat man dies früher häufig gemacht – auf die dann eine Edelkirsche aufgepfropft wurde. So kann man an einem Baum ganz unterschiedliche Kirschblüten und später natürlich auch Früchte sehen. Dass meine Wildkirschen-Äste Früchte tragen, habe ich schon von weitem bemerkt, weil emsig Amseln und Stare hingeflogen sind. Nicht umsonst wird die Wildkirsche mit ihren kleinen Früchten auch „Vogelkirsche“ genannt. Solche Wildkirschen ergeben übrigens einen hervorragenden Kirsch-Schnaps. Doch die Vögel waren schneller als ich. Aus meiner „hochprozentigen Idee“ wird dieses Jahr wohl nichts. Vielleicht bleibt später von den größeren Früchten der Edelkirschen was übrig.

Samstag, 7. Juli: Naturerlebnistour „Urwalderlebnis am Oberrhein“

Samstag, 7. Juli: Naturerlebnistour „Urwalderlebnis am Oberrhein“
Die Umweltakademie Baden-Württemberg und das kommunal getragene Reiseunternehmen Spillmann aus Bietigheim-Bissingen bieten diese Saison acht Tages-Naturerlebnistouren zum Thema „NaturWissen“ an. Die nächste Exkursion führt an den Oberrhein und beinhaltet folgende Leistungen: Fahrt im Komfortreisebus, Bootsfahrt im Naturschutzgebiet Taubergießen, Einführungsvortrag im PAMINA-Rheinpark sowie Reisebegleitung der Umweltakademie. Abfahrt um 7.00 Uhr in Stuttgart, Rückkehr gegen 19.00 Uhr. Preis pro Person: 79 €.
Unser Tipp: Jetzt anmelden und Plätze sichern!
Weitere Informationen und Anmeldungen direkt bei Spillmann-Reisen, Telefon 07142 – 97 88-0.

Samstag, 23. Juni: Aktionstag im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma

Unter dem Motto „Vom Kulturfolger bis zum Opportunisten: Artenvielfalt in der Stadt mit Siebenschläfer, Ratte, Marder & Co“ steht der kommende Aktionstag im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma. Diplom-Biologin Kathrin Marquardt bietet Kindern ein umfangreiches Programm und erläutert, welche Kleinsäugetiere in Gärten, Parks und Stadtgebieten vorkommen. Zudem werden Malbilder und ein spannendes Tier-Rätsel angeboten.

Die Aktion findet am Samstag, 23. Juni im Zeitraum 11.30 – 16.30 Uhr im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma (in der Nähe des Schaubauernhofs gelegen) statt.