Archive for Juli 2012

Wie Frösche und Kröten zu Sympathieträgern wurden

Salamander, Laubfrosch und Knoblauchskröte standen neben anderen Amphibienarten gestern im Mittelpunkt des Aktionstages im Natur-Info-Center der Umweltakademie in der Wilhelma. Kinder wie auch Erwachsene konnten beim Aktionstag lebende Amphibienarten ansehen und manche sogar in die Hand nehmen. Amphibienexperte Ernst Frey, der die Tiere mitgebracht hatte, erklärte den Besuchern, wie sie sich verhalten mussten, damit den schützenswerten Gesellen nichts passierte. Ganz ruhig und gespannt saßen die Kinder mit jeweils einem Frosch oder einer Kröte in beiden Händen um Ernst Frey und lauschten seinen Erklärungen.

Während es zu Großvaters Zeiten quasi eine Selbstverständlichkeit war, dass Kinder am Wasser spielten und Kaulquappen oder Frösche fingen, ist diese Naturnähe bei den heute aufwachsenden Kindern leider nicht mehr oft zu beobachten. Das ist einerseits gesellschaftlich begründet, liegt andererseits aber auch am Rückgang naturnaher Flächen und Amphibienarten. „Lebensraumzerschneidung, Rückgang von Feuchtgebieten und auch der direkte Straßentod führten in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Rückgang der Amphibienarten“, erklärte Ernst Frey.

Wer einmal an einem lauen Frühlingsabend den vielstimmigen Konzerten von Laub-oder Wasserfrosch gelauscht hat, wird dieses Naturerlebnis nicht vergessen und findet Verständnis für erforderliche Schutzmaßnahmen. Die Anlage eines Gartenteiches in der Umgebung von bereits lebenden Amphibien kann ein Beitrag zum Artenschutz sein, mit der Voraussetzung, dass man Rücksicht auf ihre Lebensgewohnheiten nimmt und dieser Teich ihren Ansprüchen genügt. Mit etwas Geduld finden sie sich so von ganz alleine dort ein und die Möglichkeit einer einzigartigen Naturbeobachtung im eigenen Garten ist geschaffen.

Neben den Aktionstagen der Umweltakademie (…der nächste Aktionstag findet am 12. August zum Thema „Ökologie exemplarisch: Igel im Garten“ statt) lohnt auch die Wanderausstellung „Natur findet Stadt“, die noch bis Ende September im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma Stuttgart gezeigt wird, einen Besuch!

Aktionstag

Faszinierte Aktionstag-Besucher zu Gast bei Amphibienexperte Ernst Frey (re.)

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Wohin am Wochenende?

An sicherlich nicht wenigen sonntäglichen Frühstückstischen steht die Frage „Was machen wir heute?“ im Raum. Mit einem attraktiven Vorschlag werden Sie sicherlich punkten. Wie wäre es beispielsweise mit einem Besuch in der Stuttgarter Wilhelma? Rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien präsentieren sich die tropischen Seerosen im Maurischen Garten als einzigartige Augenweide und im Natur-Info-Center, das nahe des Schaubauernhofs zu finden ist, findet wieder ein spannender Aktionstag statt.

Beim Aktionstag am kommenden Sonntag (29. Juli) dreht sich alles um Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander. Amphibien-Experte Ernst Frey bringt Tiere mit; einige davon dürfen von Kindern unter fachlicher Anleitung in die Hand genommen werden. Darüber hinaus informiert Frey, wie jeder Einzelne sich für den Amphibienschutz einsetzen kann. Spannend wird es allemal – wussten Sie zum Beispiel, dass der älteste Feuersalamander 70 Jahre alt wurde?

Seerosenblüte

Foto: Blühender Seerosenteich mit dem Maurischen Landhaus im Hintergrund (Wilhelma Stuttgart)

Schutz für Schmetterlinge

Wer mit aufmerksamen Augen unterwegs ist, wird feststellen, dass die Anzahl an Schmetterlingen stetig abnimmt. Rund Vierfünftel der Insekten mit den oft auffällig bunten Flügeln sind bedroht. Der Grund ist vor allem in der Industrialisierung der Landwirtschaft zu sehen. Die früher kleinräumig strukturierte Landschaft ist fast gänzlich verschwunden. Stattdessen sind Monokulturen entstanden. In der Folge wurde die Schmetterlingsfauna verdrängt.

In manchen topografisch komplizierten Mittelgebirgsregionen sind die Biotopvielfalt und die Vernetzung noch ausreichend. Hier ist auch die Schmetterlingsvielfalt angenehm groß. Schmetterlinge sind also “Bioindikatoren” für eine ökologisch vitale Umwelt. Je weniger Arten wir sehen, desto gefährdeter ist der Naturraum.

Schmetterlinge benötigen Schutz. Und jeder kann etwas dazu beitragen. Es hilft bereits, wenn man den Garten zumindest in einer Ecke naturnah mit heimischen Pflanzen gestaltet. Gehölze wie Schlehe, Weißdorn, Hainbuche und Liguster sind gut, ebenso Brombeeren, Brennesseln und Zaunwinden. Und eine Wiese, die nur ein oder zweimal im Jahr gemäht wird und Wildblumen Platz bietet. Wenn die Nachbarschaft ähnlich denkt, entsteht eine Vernetzung, die bis in die Feldflur reichen kann. Dort sind die Landwirte gefragt. Hecken sind wünschenswert (was auch die Felder vor Wind schützt), oder Wildblumenstreifen längs der Felder. Gehen diese in natürliche Waldränder über, kehren Lebensräume zurück – und die Arten erholen sich.

Tagpfauenauge

Tagpfauenauge (Foto: Beentree)

Grüne Mitte Bietigheim-Bissingen

Die Landesgartenschau, die Bietigheim-Bissingen im Jahr 1989 ausgerichtet hat, nahm die Stadt zum Anlass für die Schaffung neuer Grün- und Erholungsflächen. Entlang der Enz wurden Rad- und Fusswege eingerichtet, ein Bürgergarten angelegt sowie verschiedene Spiel- und Sportanlagen realisiert. Ein naturnaher Raum „mitten in der Stadt“, der heute beliebter denn je ist. Und sich erstklassig gepflegt präsentiert.

Die Umweltakademie ist vor Ort mit einem Natur-Info-Center sowie einem Lehr- und Kräutergarten vertreten. Schon allein die Lage lohnt einen Besuch: die Felswand eines ehemaligen Steinbruchs auf der einen Seite, die gemächlich dahinfliessende Enz auf der anderen.

Bietigheim-Bissingens „Grüne Mitte“ ist nicht nur ein herausragendes Beispiel für eine naturnahe Städteentwicklung, sondern auch ein schönes Ausflugsziel während der Sommerferien. Wenn das Wetter mitspielt… Perfekt!

Bietigheim

Übermorgen: Aktionstag „Artenschutz“ im Blühenden Barock

Passend zum bevorstehenden Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg lädt das Akademie-Natur-Info-Center zum Aktionstag „Umwelt kennt keine Grenzen – Artenschutz auch im Urlaub“ ein. Am kommenden Sonntag (22. Juli) informiert die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. darüber, welche Reiseandenken verboten sind und welche unbedenkliche Alternativen sich anbieten.

Das Akademie-Natur-Info-Center finden Sie im Kräutergarten des Blühenden Barocks; veranstaltet wird die Aktion von 11.00 bis 17.00 Uhr. Auf Ihren Besuch freuen wir uns!

Neues aus dem Obstgarten (11)                            Von Claus-Peter Hutter

Nun also doch! Vor Jahren wuchs aus dem Stamm meines alten Welschisnerbaumes ein großer, durchaus attraktiver Pilz. Doch schon damals war mir klar, dass dies wohl der Anfang vom Ende eines erfüllten Baumlebens sein wird. Nachdem ich zwei Wochen keine Zeit hatte, meine Obstwiesen zu besuchen, weiß ich nicht, bei welchem Gewittersturm der große Ast, der gut die Hälfte des Baumes ausmachte, herunter gefallen ist. Natürlich lasse ich die jetzige Baumruine stehen; doch ein Blick auf die Abrissstelle zeigt, dass er durch und durch morsch ist, auch wenn dies Blätter und Früchte in den vergangenen Jahren nicht erkennen ließen. Damit geht auch ein Stück lebendige Geschichte unserer Familie zu Ende. Denn der Baum wurde sicherlich vom Vater meines Urgroßvaters gepflanzt und war gut und gerne 120 Jahre alt.
Er hat viele tausend Blüten hervorgebracht und war Nahrung für Bienen und andere Insekten, lieferte Äpfel zum Essen und für die Mostzubereitung, Schatten zum ausruhen, wenn auf dem Grundstück gearbeitet wurde und Nistmöglichkeiten für Buchfink, Gartenrotschwanz, Kleiber und Meisen. Zum Glück habe ich von dem Cramer-Apfel, wie mein Vater den Welschisner-Apfel immer nennt, vor zwei Jahren Reißer zur Vermehrung schneiden lassen. Und so wachsen in einer Baumschule, wo das Ganze fachgerecht aufgepfropft wurde, gerade zwei Abkömmlinge meines alten Baumes heran. Einen davon werde ich neben den Veteranen pflanzen, wo er ganz langsam den Platz seines Vorgängers einnehmen wird.

Kennen Sie den Luchspfad?

Im Schwarzwald laden ungewöhnlich viele Lehr- und Erlebnispfade zu informativen Streifzügen durch die Natur ein, darunter der Lotharpfad (Sturmwurferlebnispfad Baiersbronn), der Riesenregenwurmpfad (Belchen, Südschwarzwald) und der Wichtelpfad (Naturschutzgebiet Feldberg/Schwarzwald). In Baden-Baden wurde vor wenigen Jahre der erste Luchspfad in Deutschland eröffnet. Auf einer Länge von rund 4 Kilometern führt der Pfad durch Wälder, in denen sich der Luchs wohlfühlen würde. Das ständige Auf und Ab des Weges und die herrliche Landschaft machen den Luchspfad zu einem tollen Ausflugsziel. Fahren Sie diesen Sommer doch einfach mal hin und entdecken Sie die Natur Baden-Württembergs in ihrer ganzen Vielfalt und Einzigartigkeit!

Erreichbar ist der Ausgangspunkt des Luchspfads über die Schwarzwaldhochstraße (B 500): Zufahrt von Baden-Baden aus ca. 15 km, vom Mummelsee über den Sand 12 km bis zum Parkplatz am Plättig. Vom Parkplatz am Plättig sind es rund 600 Meter bis zur Infohütte (Startpunkt Luchspfad). Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Anfahrt möglich: Zwischen Baden-Baden und Mummelsee verkehrt die Buslinie 245; der Bus hält an der Haltestelle „Parkplatz Plättig“.

Informationen: www.luchspfad-baden-baden.de

Luchs

Luchs (Foto: Michael Gäbler)