Archive for November 2013

Spruchreif: Natur auf den Punkt gebracht

Unkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.

Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Physiker (1918 – 1988)

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Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014

Europäischer Grünspecht (Foto: Andreas Trepte)

Europäischer Grünspecht (Foto: Andreas Trepte)

In Deutschland sind seit 1970 rund 50% der Streuobstwiesen verschwunden. Dabei sind diese grünen Oasen wichtige Rückzugsgebiete für viele Tier- und Pflanzenarten. Mit der Nominierung des Grünspechts zum „Vogel des Jahres 2014“ soll die Bedeutung der Streuobstwiesen als ökologisch wertvoller Lebensraum nun in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Für Grünspechte sind Streuobstwiesen ebenso ein bevorzugter Aufenthaltsbereich wie für Hunderte weiterer Arten, lebenswichtiges Biotop, das es zu hegen und pflegen gilt.

»Rettet die Frösche« Landesweite Fachtagung am 25. Januar 2014 in Karlsruhe

Schon jetzt möchten wir Sie auf die landesweite Fachtagung »Rettet die Frösche – Strategien für den Amphibienschutz in Theorie und Praxis« aufmerksam machen, die am Samstag, den 25. Januar 2014 im Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe veranstaltet wird.

Der Amphibienschutz im Naturerlebnisland Baden-Württemberg kann auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken. Doch der Verlust der Biologischen Vielfalt – und die betrifft gerade auch die heimischen Amphibienarten und deren Lebensräume – konnte trotz internationaler Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD), Europa-, Bundes- und Landesrecht bis heute nicht entscheidend gestoppt werden. Daher wurde beschlossen, mit verstärkten Anstrengungen den Rückgang der Arten aufzuhalten und Ökosysteme wieder herzustellen. Das Land Baden-Württemberg hat dazu die Naturschutzstrategie 2020 fortentwickelt, die neben der Biotopvernetzung auch ein landesweites Moorschutzprogramm vorsieht.

Bisher wurde der Erhalt von heimischen Amphibienarten und deren Lebensräume durch vielfältige Einzelmaßnahmen unterstützt. Dazu ist eine kooperative Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichem und hauptamtlichem Naturschutz unerlässlich. Die Umweltakademie unterstützt seit über zwei Jahrzehnten mit Modell-Seminaren, -Tagungen und -Aktionen gerade auch die vielfach ehrenamtlich tätigen Amphibienschützer im Land. Die landesweite Fachtagung hat zum Ziel, den Austausch zwischen beruflichem und ehrenamtlichem Amphibienschutz zu fördern sowie neue Entwicklungen, Lösungsansätze und Erkenntnisse weiterzugeben.

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Amphibien- und Reptilien-Biotopschutz Baden-Württemberg (ABS) sowie der Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg wurde ein Programm auf die Beine gestellt, dessen Schwerpunkte folgende Themen umfassen:

• Bewusstseinsförderung zu einem nachhaltigen Umgang mit Biodiversität
• Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt – was bedeutet das für den Amphibienschutz konkret?
• Erfahrungsaustausch zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Amphibienschützern
• Präsentation vorbildlicher Projekte zum Amphibienschutz

Termin:
Samstag, 25. Januar 2014

Veranstaltungsort:
Karlsruhe, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Teilnehmerkreis:
Ehrenamtliche Amphibienschützer, Mitglieder von Natur- und Umweltschutzverbänden, Vertreter der Naturschutzbehörden sowie der Straßenbauverwaltung und alle am Thema Interessierten.

Teilnehmerzahl:
80

Tagungskosten:
€ 40,– (im Amphibienschutz ehrenamtlich Engagierte gebührenfrei)

Tagungsleitung / Anmeldungen:
Kerstin Heemann, Umweltakademie Baden-Württemberg
Anmeldungen per eMail an: kerstin.heemann@um.bwl.de

Foto: Seefrosch

Foto: Seefrosch

Nistkästen: Jetzt werden Brutstätten zu Winterquartieren

Je mehr Hecken, Gärten und natürliche Lebensräume verschwinden, desto wichtiger werden Nistkästen. Im Sommer als Brutstätte genutzt, bieten die Nistkästen im Winter Schutz vor der eisigen Kälte. Vögel, Fledermäuse und Siebenschläfer nutzen die kleinen Häuschen gerne als Unterschlupf.

Hier die wichtigsten Tipps auf einen Blick:

Tipp 1:
Wer selbst zu Hammer und Säge greift, sollte beim beim Bau der Nistkästen darauf achten, dass die Vorderwand oder das Dach verschraubt und nicht verleimt werden. So kann im Frühjahr der Nistkasten geöffnet und gereinigt werden. Entsprechende Bauanleitungen finden sich im Internet, auch viele Baumärkte halten Baupläne bereit.

Tipp 2:
Bei der Auswahl eines geeigneten Bereiches sollte darauf geachtet werden, dass Katzen und Marder nicht an die Nistkästen gelangen. Ein freier Ast, eine glatte Hauswand oder ein Überhang am Nistkasten (siehe Foto) bietet den Bewohnern Sicherheit.

Tipp 3:
Um herauszufinden, ob bzw. welche „Mieter“ im Nistkasten wohnen, sollte man den Kasten nicht einfach öffnen. Nehmen Sie sich stattdessen Zeit, den Bereich aus sicherer Entfernung zu beobachten.

Foto: Nistkasten aus Holz mit Marderschutz (Quelle: Wikipedia)

Foto: Nistkasten aus Holz mit Marderschutz (Quelle: Wikipedia)

Tod, Hunger und Chaos auf den Philippinen: Mitarbeiter der Umweltakademie sprechen ihr Mitgefühl aus

Die Bilder, die uns nach der verheerenden Naturkatastrophe aus der Provinz Leyte erreichen, machen uns fassungslos. Wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg sind in Gedanken bei den Opfern des Taifuns „Haiyan“, auch das Ausmass der Zerstörungen macht uns betroffen.

Unser Mitgefühl gilt den Überlebenden und gleichermassen den Menschen auf den Philippinen, die durch Ihre Arbeit im Einsatz für die Natur, sei es in regionalen Klimaschutzprojekten oder Aufforstungsmaßnahmen, nun selbst betroffen sind.

Die unvorstellbaren Verwüstungen und Zerstörungen zeigen erneut auf drastische Weise die Folgen des bereits eingesetzten Klimawandels auf. Die Ereignisse und Bilder bestärken uns, im Bemühen um einen internationalen Klimaschutz sowie um eine weitreichende Umweltbildung nicht nachzulassen.

Update 14.11.2013: Folgende Fotos haben wir eben von unseren Projektpartnern aus Leyte erhalten:
VSU 7

VSU 9

Stör ist Fisch des Jahres 2014

Seit über 250 Millionen Jahren lebt der Stör auf der Erde, doch die ungebrochene Nachfrage nach Roggen (Kaviar), Überfischung und Hindernisse auf dem Weg zu den Laichgründen haben zu massiven Rückgängen geführt. In Deutschland gilt der Stör als ausgestorben.

Mehr als 20 Arten gibt es weltweit und nahezu jede ist gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Fast alle Störarten sind Wanderfische, die zum Laichen oder auch zum Überwintern von den Meeren die Flüsse hinauf schwimmen. Doch Wasserkraftanlagen und Wehre, die nicht passiert werden können, sowie immer weniger Flachwasserbereiche nehmen den Fischen ihre natürlichen Lebensräume.

Mit der Nominierung des Störs zum Fisch des Jahres 2014 durch den Deutschen Anglerfischerverband wird der Fokus auf notwendige Anstrengungen zur Wiederansiedlung gelegt. Mit Besatzfischen sollen die Bestände des Europäischen und Atlantischen Störs wieder aufgebaut werden.

Illustration: Europäischer Stör (Quelle: Bibliothèque Nationale de France)

Illustration: Europäischer Stör (Quelle: Bibliothèque Nationale de France)

Erfolgreicher „Tag der Biowissenschaften“ in Stuttgart

Tag der Biowissenschaft 2013

Mehr als 200 Personen haben am 31. Oktober am „Tag der Biowissenschaften“ im Stuttgarter Haus der Wirtschaft teilgenommen. Schwerpunkt der Veranstaltung, die in Kooperation zwischen dem Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO e.V.), der Umweltakademie Baden-Württemberg sowie dem Bundesverband beruflicher Naturschutz (BBN) durchgeführt wurde, lag auf den Themen „Biodiversität“ sowie „Herausforderungen rund um das Artensterben“.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass das Verständnis für Biodiversität, also der Vielfalt an Fauna, Flora und Lebensräumen, angesichts der globalen Herausforderungen essentiell ist. Ob Klima, Lebensräume, Ernährung oder Wirtschaft – den Biowissenschaften kommt eine Schlüsselfunktion zu, da diese wichtiges, fachliches und methodisches Wissen zur Verfügung stellen. Auch der Fachkräftemangel „in Sachen Natur“ wurde unter der Überschrift „Taxonomen dringend gesucht!“ bei den Teilnehmern lebhaft diskutiert.

Ein weiterer Themenkreis stellte die Wechselwirkungen zwischen Biodiversität und Gesellschaft in den Mittelpunkt. Die Referenten zeigten auf, wie das umfassende Wissen über Arten die Grundlagen für nachhaltige Entwicklung schaffen kann. Dies ist vor allem eine gesellschaftliche Frage mit erheblichen Implikationen für Wirtschaft und Politik.

Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie war es, mindestens 75% aller Bundesbürger bis spätestens 2012 ausreichende Kenntnisse über die biologische Vielfalt zu vermitteln. Mit nur 22 erreichten Prozent wurde dieses Ziel leider weit verfehlt. Um genau diese Breitenwirkung zu erzielen, richtete sich der Tag der Biowissenschaften 2013 ganz bewusst nicht nur an Wissenschaftler, sondern vor allem auch an Schüler, Studenten und Lehrer, die sich aktiv an den Diskussionen beteiligten.

Dr. Karin Blessing, stellv. Leiterin der Umweltakademie Baden-Württemberg

Dr. Karin Blessing, stellv. Leiterin der Umweltakademie Baden-Württemberg

„Tag der Biowissenschaften“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart

„Tag der Biowissenschaften“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart