Archive for März 2014

Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn starten Frühblüher und Insekten in ein neues Jahr

Trotz fehlender winterlicher Temperaturen im Januar und Februar spürt man es jetzt im März quasi hautnah: Die Natur erwacht, sie explodiert förmlich. Krokusse, Hyazinthen, Osterglocken, Narzissen und Forsythien blühen bereits in den Gärten um die Wette. Wildkirschen, Weißdorn und andere frühblühende Gehölze säumen Bahn- und Straßenschneisen, Fluss- und Bachläufe und verschönern Waldränder. Selbst in noch schneebedeckten Regionen wie etwa auf dem Feldberg strecken bereits Küchenschellen ihre Kelche der Märzensonne entgegen. Das lockt vor allem die Insekten aus ihren Winterschlafquartieren: Von großen Erdhummelköniginnen über taumelnde Tagpfauenaugen und Zitronenfalter bis hin zu bepelzten Mauerbienen: Das florierende Nahrungsangebot wird in Anspruch genommen, und gleichzeitig geht es mit der Bestäubung los. Da werden auch Insektenfresser wie Wespen- und Hornissenköniginnen sowie Fledermäuse nicht lange auf sich warten lassen. Vereinzelt ziehen auch schon Zugvögel wie Weißstörche und Greifvögel ihre Kreise am blauen Frühlingshimmel.

Apfelbaum Blüten (Foto: Bernd Leitner)

Apfelbaum Blüten (Foto: Bernd Leitner)

Unsere Empfehlung: Erleben, entdecken und genießen Sie diese Zeit des Wiedererwachens der Natur ganz bewusst. Gehen Sie in den dorfnahen Streuobstwiesen und an den Waldrändern spazieren. Und wer sich etwa über einzelne Tiergruppen mit deren Jahreslauf informieren möchte, ist bei den Akademie-Veranstaltungen im Rahmen des Landesnetzwerks Biodiversitätsschutz genau richtig.

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Die Umweltakademie auf der internationalen Bildungsmesse didacta 2014

Auf der europaweit größten Bildungsmesse didacta wird die Umweltakademie Baden-Württemberg vom 25. bis 29. März 2014 in der Messe Stuttgart Anlaufstelle und Impulsgeber in Sachen Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung sein. Die Messebesucher werden dort jede Menge Informationen sowie Hinweise zur ökologischen Bildungsarbeit finden. Neben dem Jahresprogramm, neuen Sonderdrucken und Publikationen werden unter anderem die Wanderausstellung »Obstgarten – Natur und Kultur geben sich die Hand« sowie ein neuer Multiple Touchscreen Desk zum Thema »Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg« vorgestellt.

Mit diesem Multiple Touch Desk hat die Umweltakademie ein multimediales Entdeckungs- und Lerninstrument konzipiert, das durch seine breite mediale Nutzung gerade die junge, technikorientierte Generation und junggebliebene Erwachsene anspricht. Das Ausstellungsmodul soll dazu beitragen, Wissensdefizite abzubauen, Interesse für die Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg zu wecken sowie die Handlungsbereitschaft des Einzelnen zu stärken.
Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller wird am Freitag, 28. März um 11.00 Uhr die neue Kompaktausstellung »Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg – Vom Begreifen zum Handeln« erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Alle Besucher und Interessierten sind zur Ausstellungspräsentation am Stand 4C71 recht herzlich willkommen.

didacta

Umweltakademie unterstützt ökologische Bildungsarbeit der Stadt Donzdorf

Übergabe von drei Ausstellungen an Georg Krause im Akademiehaus
Drei Monate nach der Rückkehr von Georg Krause in das Donzdorfer Rathaus konnte der Stadtbiologe und frisch gebackene Grünplaner jetzt drei komplette Ausstellungen der Umweltakademie entgegen nehmen. Anlässlich eines Stuttgarter Akademiegesprächs mit Krause wurden ihm stellvertretend für die Stadt Donzdorf Ausstellungs-Roll-ups zum Thema „Hornissen“, „Faszination Garten“ und „Obstgarten – Natur und Kultur geben sich die Hand“ übergeben. Diese sollen der ökologischen Bildungsarbeit der Stadt zugute kommen. „Mit der Stadt Donzdorf, dem Bürgermeister Martin Stölzle und Georg Krause verbindet uns eine langjährige, überaus fruchtbare Zusammenarbeit“ betont Akademieleiter Claus/Peter Hutter. So habe die Umweltakademie ein eigenes Natur-Info-Center in der Donzdorfer Umwelthütte am Messelberg eingerichtet und führe dort gemeinsam mit der Stadt regelmäßig Fort- und Weiterbildungen in Sachen Naturbewahrung, Umweltvorsorge und Nachhaltigkeit durch. Gerne habe man die vielfältigen Umweltbildungsinitiativen der Stadt und insbesondere von Stadtbiologe Georg Krause unterstützt und freue sich auf eine Präsentation der Ausstellungen in Donzdorf. Dies sei möglicherweise am diesjährigen NaturErlebnisTag Anfang Mai der Fall.

v.r.n.l.: Georg Krause (Stadt Donzdorf), Brigitte Schindzielorz, Claus-Peter Hutter (beide Umweltakademie)

v.r.n.l.: Georg Krause (Stadt Donzdorf), Brigitte Schindzielorz, Claus-Peter Hutter (beide Umweltakademie)

Workshop „Nachhaltiger Konsum“ am 02.04.2014

Im Rahmen des Programms „Nachhaltigkeit lernen – Kinder gestalten Zukunft“, das die Baden-Württemberg Stiftung in Kooperation mit der Heidehof- Stiftung ins Leben gerufen hat, konzipiert die Umweltakademie Baden-Württemberg verschiedene Seminare und Workshops rund um das Thema Nachhaltigkeit. Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche für die ökologische Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

Veranstaltungsdatum:
Mittwoch, 02. April 2014, 9.00-17.00 Uhr

Ort:
Entwicklungspädagogisches Informationszentrum (EPiZ) Reutlingen

Tagungsgebühr:
Entfällt

Anmeldungen:
Per E-Mail an sabine.ratzel@web.de

Veranstaltungsprogramm:

Veranstaltungsprogramm

Ungebremster Landschaftsverbrauch wird sich bitter rächen

Trotz vieler Bekenntnisse geht der Flächenverbrauch weiter – insbesondere in den Ballungsräumen Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim und an deren Peripherie wird Landschaft verbraucht. Ganz aktuell hat jetzt der Kreis Ludwigsburg die Thematik aufgegriffen und im Rahmen des 5. Demografieforums am 20.02.2014 in den Focus gestellt.
„Die Diagnosen für den Patienten Landschaft sind längst erfolgt, die zur Gesundung notwendigen Therapien definiert, doch unsere Gesellschaft in der gesättigten Region Mittlerer Neckar verhält sich, als wäre der Patient ein vitaler Hochleistungsathlet“. Mit diesen Worten appellierte Claus-Peter Hutter, Leiter der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg beim Demografieforum im Kreishaus Ludwigsburg an Kommunal- und Regionalpolitiker sowie an die Entscheidungsträger in Verwaltung, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen, die eigenen Nachhaltigkeitsziele im Auge zu behalten und für kommende Generationen nicht noch mehr unbezahlbare Hypotheken in Sachen Landschaftsverbrauch anzuhäufen. „Wider besseren Wissens zerstören wir, was wir lieben und bekommen, was wir eigentlich gar nicht wollen“, sagte Hutter und beklagte die Diskrepanz zwischen Sonntagsreden für Naturbewahrung und Landschaftsschutz einerseits und dem „Werktagsverhalten“ der Entscheidungsträger andererseits. Der Flächenverbrauch im Land von rund 6,7 Hektar am Tag müsse eigentlich alle Alarmglocken läuten lassen. Schon das großflächige Verschwinden von mehr als der Hälfte der noch vor 20 Jahren etwa in der Region Stuttgart beheimateten Vogel-, Amphibien-, Reptilien- und Schmetterlingsarten und das Zusammenschrumpfen erlebenswerter Landschaft auf wenige Restflächen müsste längst Signal genug sein, dem ungezügelten Landschaftsverbrauch einen Riegel vorzuschieben.
Der Akademieleiter erinnerte an die vom damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger als Zielvorgabe beschriebene „Netto-Null“ in Sachen Landschaftsverbrauch, welcher von allen Parteien dem Grunde nach mitgetragen oder zumindest nicht widersprochen wurde.
Auch wenn gegenwärtig durch Zuzug eine starke Nachfrage nach weiteren Bau- und Gewerbegebieten im mittleren Neckarraum bestehe, sprächen sämtliche demografischen Prognosen mittel- bis langfristig eine andere Sprache. Während man immer noch auf der grünen Wiese und fruchtbarstem Ackerland den Boden versiegele und die Gemeinden längst über ihre kaschierbaren Tallagen und ökologischen Schamgrenzen hinausgewachsen seien, würden in vielen Kommunen innerörtliche Lagen vergammeln, ausbluten und Gewerbebrachen ungenützt bleiben. Obwohl längst wissenschaftlich bewiesen sei, dass Einwohnerwachstum nur kurzfristig helfe, Löcher in den Kommunalkassen zu stopfen und erhebliche finanzielle Folgelasten mit sich bringe – die mit noch mehr Landschaftsverbrauch verbunden sind – würde in fast allen Abwägungsfällen gegen den Landschaftserhalt und damit gegen die Lebens- und Umweltqualität der Bürger von morgen entschieden. „Müssten die schon jetzt absehbaren Folgen und deren Kosten versichert werden, hätten Allianz, Münchner Rück und andere Versicherungsgesellschaften längst schon den meisten Verantwortlichen die Policen gekündigt“, unterstrich Hutter im Hinblick auf die zahlreichen Planungen für Wohn- und Gewerbesiedlungen sowie Straßenbauten.
Gehe die Entwicklung so weiter, wäre einer der wichtigsten Standortfaktoren der Region, nämlich wohnsitznahes Grün und Landschaftserlebnis in abwechslungsreichen Gegenden für immer verspielt. „Bald bewegen wir uns nur noch zwischen Betonklötzen, Asphaltflächen, und die Siedlungen wachsen zu einer austauschbaren Urbanstruktur zusammen, wie man sie gesichts- und charakterlos überall auf der Welt finden kann. Mit jeder Maßnahme gehen Alleinstellungsmerkmale und weite Standortvorteile verloren. Wenn manche hochqualifizierten Fachkräfte, die man in die Gegend locken will, wüssten, wie sich die Landschaft den Planungen nach entwickelt, würden sie bestimmt nicht hierher ziehen“, so Hutter. Nachhaltige Entwicklung benötige aber eine Ausgewogenheit zwischen Ökonomie sowie sozialen und ökologischen Erfordernissen. Trotz klarer Gesetzeslage und ausreichend belegten Forschungsergebnissen werde nicht einmal der Versuch einer Balance im Sinne der Verantwortung von kommenden Generationen gemacht. „Das Schlimmste daran ist die Tatsache, dass wir mit jedem Landschaftseingriff unsere eigene Heimat und damit neben Gesundheit und Familie das Wichtigste, was wir haben, verlieren“, betonte Hutter.
Die einzige Lösung zur Eindämmung des Landschaftsverbrauchs, zur Vermeidung von Altlasten für morgen und des Verlustes von Heimatidentität heiße „Maßhalten“.

Ihre Ansprechpartnerin: Brigitte Schindzielorz
Telefon: 0711/126-2810
eMail: brigitte.schindzielorz@um.bwl.de
http://www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de

Ein Beispiel für viele – hier wird schon seit Jahren für Gewerbebauplätze geworben

Ein Beispiel für viele – hier wird schon seit Jahren für Gewerbebauplätze geworben

Bald gehen Frösche und Kröten wieder auf Wanderschaft

Bleibt es im Südwesten weiterhin bei den milden vorfrühlingshaften Temperaturen, setzen bald vor allem in den wärmebegünstigten Flächen entlang von Rhein und Neckar und manchen Seitentälern die Wanderungen der Frösche und Molche ein. Spring- und Grasfrösche sind im Oberrheingebiet teilweise schon unterwegs, berichtet Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg. In höheren Lagen wie dem Schwäbischen Wald, auf der Schwäbischen Alb sowie im Schwarzwald und Odenwald setzte die Amphibienwanderung erfahrungsgemäß später ein.
Jetzt wird sich zeigen, ob Vorkehrungen an Straßen wie fest installierte Amphibienschutzanlagen, sogenannte „Krötenhotels“ oder auch mobile Amphibienschutzzäune ihren Ansprüchen genügen. Landesweit gibt es nach Mitteilung der Umweltakademie erfreulich viele Initiativen, Projekte und Aktionen, bei denen sich Ehrenamtliche darum kümmern, Kröten und Frösche über die Straße zu tragen oder mobile Schutzzäune während der Wanderungszeiten zu errichten. Um das ehrenamtliche Engagement ebenso wie den aktuellen Erfahrungsaustausch zu fördern, wurde bei einer landesweiten Fachtagung der Akademie in Karlsruhe der aktuelle Handlungsbedarf zur Biotopvernetzung und zum gezielten Artenschutz diskutiert.
„Der ehrenamtliche Amphibienschutz ist echtes bürgerschaftliches Engagement und eine bedeutende Stütze für den Artenschutz und die Umweltbildung in Baden-Württemberg. Für ihren Einsatz kann man den Amphibienschützern nicht genug danken“, betonte Akademieleiter Claus-Peter Hutter.
In oft enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden der Land- und Stadtkreise sowie mit Straßenmeistereien und den Bauhöfen der Kommunen erarbeiten ehrenamtliche Amphibienschützer mit viel Zeitaufwand Lösungen für Straßenabschnitte, über die besonders viele Frösche und Kröten wandern. „Wenn viele Tiere zu Tode kommen und nichts getan wird, kann das nicht nur ein großer Verlust für lokale Populationen einzelner Arten bedeuten, sondern es kann sich durch die vielen überfahrenen Tiere auch ein Schmierfilm auf der Straße bilden, der die Verkehrssicherheit ähnlich wie nasses Laub beeinträchtigt“, so Hutter. Auch die Amphibienschützer selbst setzen sich der Unfallgefahr aus, wenn sie Frösche und Kröten über die Straße tragen. Insofern sieht sich die Straßenbauverwaltung in der Pflicht, den Amphibienschutz ernst zu nehmen und für die erforderliche Verkehrssicherheit zu sorgen, indem auch mitunter kostenintensive sogenannte Amphibienleiteinrichtungen, also feste Schutzanlagen aus Beton, entlang von Straßen installiert werden.

Ihre Ansprechpartnerin: Kerstin Heemann
Telefon: 0711/126-2807
eMail: Kerstin.Heemann@um.bwl.de

www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de
Erdkröte_Paar_08_Gefährdung