Archive for April 2015

Gelungene Auftaktveranstaltung zum Naturerlebnistag

Umweltminister Untersteller: „Der Naturerlebnistag ist ein wichtiger Beitrag gegen die Wissenserosion in Sachen Natur“

Als „bedeutenden Beitrag gegen die Wissenserosion in Sachen Natur“ hat Umweltminister Franz Untersteller den bundesweiten Naturerlebnistag (Sonntag, 3. Mai 2015) bezeichnet. Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Bietigheim-Bissingen stellte der Minister einen regelrechten Wissensverlust in Sachen Landschaft, Heimat, Natur und Kultur fest, dem es mit Hilfe der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung entgegenzuwirken gelte. „So kann eine Basis für mehr Handlungsbereitschaft zur Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen geschaffen werden“, sagte der Minister. Mit dem Naturerlebnistag komme man diesem Ziel auf unterhaltsame Weise ein Stückchen näher.

Allein in Baden-Württemberg besteht am Sonntag bei mehr als 260 Veranstaltungen die Gelegenheit, unsere faszinierende Natur kennenzulernen. Koordiniert wird der Naturerlebnistag in Baden-Württemberg von der Akademie für Natur- und Umweltschutz, die gemeinsam mit den Umweltakademien der anderen Länder den NaturErlebnisTag vor neun Jahren ins Leben gerufen hat. „In einer Zeit, in der viele Kinder mehr Handy-Klingeltöne als Vogelstimmen kennen und auch manche Erwachsene mehr über Computerspiele Bescheid wissen als über die heimische Tier- und Pflanzenwelt, kommt es mehr denn je darauf an, die Menschen ohne erhobenen Zeigefinger wieder mehr an Natur und Landschaft heranzuführen“, sagte Untersteller.

Dass man zum Naturerleben gar nicht weit fahren muss, zeigt sich in der Stadt Bietigheim-Bissingen. Schon früh begann man hier, das Enztal als Lebens- und Erholungsachse aufzuwerten und so neue Lebens- und Erlebnisräume für Mensch und Natur zu schaffen. Als Überbleibsel der Landesgartenschau startete 1990 das Akademie-Natur-Info-Center seinen Dienst. Ein außergewöhnliches Beispiel, wie mit vergleichsweise wenig Aufwand viel erreicht werden kann. Durch die hervorragende Zusammenarbeit von der Stadt Bietigheim-Bissingen und der Umweltakademie konnten in all den Jahren durch die Schulungen für Erzieher direkt, aber auch indirekt weit über eine Million Kinder erreicht werden. „Natur ist nicht statisch, sondern einem ständigen Wandel unterworfen. Wo kann man dies besser zeigen als an Hand der zahlreichen Renaturierungsprojekte entlang der Enz. Es ist sehr wichtig, dass wir die Natur und ihre Zusammenhänge kennen, denn nur wer Natur kennt, kann Umwelt schützen“, betonte Akademie-Leiter Claus-Peter Hutter.

Informationen über Veranstaltungen zum Naturerlebnis-Wochenende in Baden-Württemberg finden Sie unter: http://bw.deutscher-naturerlebnistag.de/

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Der Natur auf der Spur: Biodiversität durch Fährten erkennen

Wildnis gibt es überall. Mittlerweile zieht es aufgrund des Flächen- und Lebensraumverlustes sogar viele Wildtiere in den besiedelten Raum. Doch oft sehen wir nur ihre Spuren und können kaum erraten, welches Wildtier dahinter steckt. Deshalb findet am Sonntag, den 3. Mai 2015 im Rahmen des bundesweiten Naturerlebnistages im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma ein Aktionstag rund ums Thema Tierspuren statt. An diesem Aktionstag kann jeder lernen, wie man Tierspuren in der Natur erkennt, wie man die Tiere bestimmt und wie man Interessantes über ihre Lebensweisen herausbekommt. Besucher können Tier-Fährten gegen einen Unkostenbeitrag auf eine umweltfreundliche Stofftasche drucken und mit nach Hause nehmen oder ihr Wissen bei einem Spurenrätsel testen.

Mit Tierspuren bedruckte Tasche - Foto: Daul

Mit Tierspuren bedruckte Tasche – Foto: Daul

Die Aktion findet von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr statt, die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten.

Das Akademie-Natur-Info-Center befindet sich auf dem Gelände des Schaubauernhofs in der Wilhelma. Die Ausstellung „Expedition heimische Natur“ kann ganzjährig während der regulären Wilhelma-Öffnungszeiten besucht werden. Die Aktionstage finden von März bis Oktober 2015 statt.

Mehr Informationen:

Kerstin Heemann, Akademie für Natur- und Umweltschutz

Telefon.: 0711/126-2810, E-mail: Kerstin.Heemann@um.bwl.de

Am Sonntag, 3. Mai ist Naturerlebnistag!

Am kommenden Sonntag, 3. Mai ist es wieder soweit: Dann findet der bundesweite Naturerlebnistag mit 250 Veranstaltungen allein in Baden-Württemberg statt. Alle Interessierten können an diesem Tag die ganze Faszination der Natur kennenlernen und unterhaltsam die Umwelt und ökologische Zusammenhänge ergründen. Koordiniert wird der Naturerlebnistag von den Umweltakademien der Bundesländer, in Baden-Württemberg ist das die Akademie für Natur- und Umweltschutz. Als Gesprächs- und Aktionspartner stehen fachkundige Experten und viele freiwillige Helfer zur Verfügung. „Der Naturerlebnistag ist ein konkreter Beitrag gegen die Wissenserosion in Sachen Natur und Umwelt. Wir möchten Kinder, Eltern und Großeltern wieder hinauslocken in die Natur, denn nur dort kann das Interesse an Heimat entstehen und dann auf spielerische Art und Weise Wissen gefestigt werden“, sagt Akademieleiter Claus-Peter Hutter. „Was neudeutsch Naturpädagogik heißt, ist sicher gut und sinnvoll, aber kein Naturpädagoge kann Naturerlebnisse mit der eigenen Familie ersetzen!“

Foto: Gitti Moser/Pixelio

Foto: Gitti Moser/Pixelio

Allein in Baden-Württemberg können alle Natur-Fans unter mehr als 250 Aktionen und Veranstaltungen zwischen dem Landkreis Lörrach im Südwesten und dem Main-Tauber-Kreis im Nordosten auswählen. Dazu gehören etwa Vogel- und Fledermaus-Exkursionen, Höhlenführungen, Wein- und Blütenwanderungen, eine Übung zum Anschleichen und Tierfährtenlesen, eine Waldwerkstatt und ein Bienentag, Blüten- und Hoffeste, Kräuterrundgänge, BikeTouren, Kanufahrten, eine Märchenwanderung und vieles mehr.

Zur Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 30. April 2015 um 9.30 Uhr im Natur-Info-Center Lehrgarten Enzaue in Bietigheim-Bissingen werden neben dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller auch Vertreter der Akademie sowie der Stadt Bietigheim-Bissingen erwartet.

Alle Informationen und Aktionen finden Sie hier:

http://bw.deutscher-naturerlebnistag.de/Veranstaltungen 

Veranstaltungen des Naturerlebnistages 2015

Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg,

Telefon: (0711) 126 – 2808 bzw. -2814

 

Appell an Gartenbesitzer: Bitte nicht alles kurz und klein mähen!

Der Frühling ist da – und mit ihm kommt auch die Lust der Gartenbesitzer, ihr „Stückle“ auf Vordermann zu bringen. Dazu gehört für die meisten auch, das Gras auf jedem noch so kleinen Eckchen Land und meist viel zu früh zu kurz zu mähen. Doch das ist eigentlich paradox. „Auf der einen Seite hängen Garten- und Obstwiesenbesitzer Insektenhotels auf, und auf der anderen Seite entziehen sie Schmetterlingen, Wildbienen und Schlupfwespen die Nahrung, indem sie viel zu früh mähen“, sagt Umweltakademie-Leiter Claus-Peter Hutter. Er appelliert daher an die Besitzer von Hausgärten oder Grundstücken in der freien Landschaft, wenigstens teilweise Wiesenstücke und andere „wilde Kräuterecken“ stehenzulassen, da sonst bald auch die letzten Schmetterlingsarten und viele für die Natur bedeutenden Wildbienen und Schlupfwespenarten aus der Landschaft verschwunden sein werden. „Es ist gerade so, als ob wir den Tieren ein Haus geben, aber Kühlschrank und Keller vollkommen leer lassen“, betont Hutter. Denn leider finden die Schmetterlinge immer weniger Nektar. „Wiesen und Raine werden immer blütenärmer, und in den Gärten werden Gräser, Kräuter und Blumen viel zu schnell abgemäht.“

Schwalbenschwanz - Foto: Hutter

Schwalbenschwanz – Foto: Hutter

Deshalb ruft die Umweltakademie alle Grundstücksbesitzer auf, ihren Beitrag zu leisten und nicht zu früh zu mähen, damit auch noch künftig die Falter als lebendige Frühlingsboten in die Gärten kommen und Wiesen, Felder und Wälder besiedeln. „Wenn wir Schmetterlinge als „Sinnbilder“ für faszinierende Natur auch künftig erleben wollen, müssen wir ihnen auch eine Chance dazu geben.“ Gerade der Umbruch von Wiesen und die Umwandlung in Mais- oder Rapsfelder – etwa zur Erzeugung von Bioenergie – geht einher mit der vermehrt zunehmenden Überdüngung der Landschaft und ist somit eine weitere Gefahr für die einheimischen Schmetterlinge, Bienen und Wildbienen.

Fleißige Nisthilfen-Bastler beim Aktionstag am 8. April

Dass sich Umwelt- und Naturschutz sowie das gesundheitliche Wohl des Menschen sehr gut ergänzen können, wurde am letzten Aktionstag der Umweltakademie Baden-Württemberg deutlich. Im Akademie-Natur-Info-Center in der Wilhelma informierten sich 500 Besucher, wie ohne Pestizideinsatz – also umwelt- und gesundheitsschonend – Schädlinge wie Blattläuse im eigenen Garten bekämpft werden können – indem nämlich Nützlinge wie Ohrwürmer durch das Anbieten von Quartieren gefördert werden. Fleißige Kinder gestalteten zusammen mit Eltern oder Großeltern an diesem Akademie-Aktionstag bunte Tontöpfe als Unterschlupf für nützliche Insekten. Damit erweiterten sie nicht nur ihr Naturwissen, sondern trugen auch aktiv und mit viel Spaß zum Erhalt einer vielfältigen Natur bei. „Klar, dass wir manche Tierarten als Schädlinge sehen, vor allem wenn sie zu zahlreich werden und sich an unseren Nutzpflanzen zu schaffen machen“, sagte Barbara Kagerer von der Umweltakademie. Aber Pflanzenschutzmittel seien insbesondere im eigenen Umfeld, ob auf dem Stückle, Balkon oder im Garten schon aus gesundheitlichen Gründen unbedingt zu vermeiden. „Bietet man Ohrwürmern und anderen Nützlingen Quartiere an, kann man ganze Obstbäume vor dem Blattlausbefall schützen“, sagte Kulturlandschaftsführerin Melinda Eberle-Schwarzer. „Diese Ohrwurm-Nisthilfen kann man auch gut im eigenen Garten oder auf dem Balkon aufhängen.“

Fleißige Nisthilfenbauer - Foto: Kagerer/Umweltakademie

Fleißige Nisthilfenbauer – Foto: Kagerer/Umweltakademie

Der nächste Aktionstag im Akademie-Natur-Info Center findet am bundesweiten Naturerlebnistag, dem 3. Mai 2015 zum Thema „Der Natur auf der Spur: Biodiversität durch Fährten erkennen“ von 11.00 Uhr bis 16.30 Uhr statt.

Basiskurs in sechs Modulen: Zertifizierung von Feldbotanikern

Für viele Fragestellungen zur Sicherung der Umwelt- und Lebensqualität werden botanische Felderhebungen benötigt. Etwa im Rahmen von  Biotopkartierungen, Erfolgskontrollen, für Bewertungen im Rahmen der Landschaftsplanung, für Umweltmonitoring und einiges andere. Doch das Problem: Ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften in Sachen Botanik ist absehbar. Genau dem will die Umweltakademie durch die Zertifizierung von Feldbotanikern entgegenwirken und trägt damit auch der seit Jahren großen Nachfrage nach entsprechenden Kursen Rechnung.

Bei diesem Zertifizierungskurs in sechs Modulen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Botanik und Landschaftskunde (IBL) in Karlsruhe lernen und erlangen die Teilnehmer

  • Grundlagen der Pflanzenbestimmung
  • Kartiertechniken und Grundlagen der Biotopkartierung
  • Zusammenhänge zwischen Vegetation und Standort
  • Interpretation von Geländebefunden
  • Artenkenntnis

Wann: Modul I – Donnerstag, 16./Freitag, 17. April („Einführung und Basiswissen Pflanzenbestimmung“). Weitere Termine: 7./8.5., 5./6.6., 16./17.7., 1./2.10., 29./30.10.

Wo: Stuttgart (Stadtkreis Stuttgart)

Wer: Geographen

Gebühr: 210 Euro pro Modul

Mehr Informationen bei der Umweltakademie, Telefon 0711/126-2807 und 126-2821 sowie unter www.um.baden-wuerttemberg.de

Schätze aus Omas Garten

Wer kennt das nicht als Hobbygärtner: Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, schon erwacht die Lust, sich endlich mal wieder um den Garten oder Balkon zu kümmern.  Beim Gang in den Pflanzenfachmarkt stellt sich für viele allerdings jedes Mal dieselbe Frage: Welche Art von Tomate oder Salat schmeckt am besten? Welche Kartoffeln sind am besten für den Salat? Kurzum: Die Auswahl ist riesig, und jedes Jahr kommen immer mehr neu gezüchtete Arten hinzu. Dabei ist das eigentlich Gute das Alte – denn was schon unsere Großeltern und deren Eltern im Garten angepflanzt haben, ist am Ende meist doch wieder das Beste.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) bei Braunschweig kennt sich bestens aus mit solcherlei Arten. Wie wäre es etwa mit dem Baumspinat? Dieser etwa einen Meter hoch wachsende Spinat hat gleich mehrere entscheidende Vorteile: Er hat einen sehr feinen Geschmack und kann im Gegensatz zum normalen Spinat, der nur im Frühjahr und Herbst geerntet  werden kann, das ganze Jahr über geerntet werden. Zudem ist er sehr pflegeleicht und braucht lediglich genügend Pflanzabstand.

Oder kennen Sie die Monstranzbohne? Sie galt zu Großmutters Zeiten als Geheimtipp, denn die gekochten Kerne ergeben auch gekocht eine wunderbar schmackhafte Suppe. Monstranzbohnen sind Stangenbohnen und wachsen an sonnigen Standorten.

Oder probieren Sie doch einmal die etwas andere Tomate, nämlich die Sorte „Auriga“. Denn diese hochrunde Form liefert erstens eine tolle Ernte und eignet sich zweitens auch hervorragend als Kübelpflanze auf dem Balkon. Vor allem aber hat die Auriga ein fantastisches Aroma. „Viele, die Auriga zum ersten Mal probieren, fühlen sich wegen des Geschmacks in ihre Kindheit zurückversetzt“, sagt Ursula Reinhard vom VEN.

Mehr Informationen über den Verein, die Sorten und die Online-Saatgutliste gibt es unter www.nutzpflanzenvielfalt.de. Und der passende Buchtipp dazu: „Gemüseschätze“ von Ute Klaphake und Ursula Reinhard. Kosmos-Verlag, 16,99 Euro.