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Der Feldhase ist das Tier des Jahres 2015

Der Feldhase ist das „Tier des Jahres 2015“. Durch Umwelteinflüsse sei der Bestand stark zurückgegangen, so die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild. Daher wird der Feldhase auf der bundesweiten Roten Liste auch als stark gefährdet eingestuft. Den schwer benötigten Lebensraum findet das Tier nur noch auf den Feldern – doch aufgrund der intensiven Landwirtschaft mit großen Ackerflächen fehlen ihm etwa Ackerrandstreifen und kleinere Gehölze.

Feldhase - Foto: Grey59/Pixelio

Feldhase – Foto: Grey59/Pixelio

Mit diesem Schicksal ist der Feldhase übrigens nicht alleine: Rebhuhn, Kiebitz, Feldlerche und Fasan ergeht es leider genau so.

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Agrobiodiversitäts-Gipfel ein voller Erfolg

Jeden Tag sterben weltweit etwa 150 Tier- und Pflanzenarten aus – darunter auch solche, die Lebensmittel liefern. Seit 1900 sind so auf der ganzen Welt schätzungsweise 75 Prozent aller Kulturpflanzensorten ausgestorben, in Europa sind es sogar mehr als 90 Prozent. Heute decken gerade einmal 30 Pflanzenarten 95 Prozent des Welternährungsbedarfs ab.

Dieses Artensterben war am Mittwoch, 29. Oktober das Thema des ersten bundesweiten Agrobiodiversitäts-Gipfels in Bruchsal mit mehr als 150 Teilnehmern. „Eine hohe Agrobiodiversität, also eine große Artenvielfalt, ist von größter Bedeutung für die Landwirtschaft und die Ernährung. Die Verfügbarkeit verschiedenster Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen ist enorm wichtig, um die Ernährung lokal und global zu sichern. Nur so kann man den Herausforderungen der Zukunft aktiv begegnen“, sagte Umweltakademie-Leiter Claus-Peter Hutter am Mittwoch in Bruchsal. Mit dem Kongress solle die Bewahrung der Vielfalt als unersetzliches Erbe sowie eine nachhaltige Lebensmittelproduktion als Beitrag zum Schutz der Kulturlandschaft in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden.

Auf den ersten Blick höre sich der Begriff der Agrobiodiversität immer etwas sperrig an, dabei beschreibe er die durch Landwirte und Viehzüchter über Jahrtausende entwickelte biologische Vielfalt in der Landwirtschaft, betonte Prof. Dr. Roman Lenz von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU). „Nur durch einen umfassenden Genpool können Ertragsrisiken eingedämmt und eine zuverlässige Ernährungssicherung gewährleistet werden.“ Früher seien die alten Rassen Mehrnutzungstiere gewesen. „Eine Kuh etwa wurde nicht nur zur Milchproduktion gehalten, sondern auch als Fleischlieferant und als Zugtier. Heute hat man eine enorme Spezialisierung auf einen einzelnen Nutz-Bereich, dadurch werden die alten Rassen um Längen abgehängt“, kritisierte Lenz. Wenn sich heute ein Landwirt für die Milchwirtschaft entscheide, nehme er die neu gezüchtete Kuhrasse, die bis zur dreifachen Menge Milch erzeuge. Das wiederum ziehe ein schleichendes Aussterben der alten Arten nach sich.

Der Erhalt jener alten Arten ist nach Ansicht der Experten allerdings nur gemeinsam mit der Landwirtschaft und dem Handel möglich. Denn die Landwirtschaft zerstöre zwar die biologische Vielfalt, sei gleichzeitig aber auch der wichtigste Produzent von Biodiversität in Deutschland. „Der Intensivierungsdruck im Agrarbereich verlangt nach kooperativen Wegen zur Umsetzung von Artenschutzbelangen in der landwirtschaftlich genutzten Fläche“, sagte Claus-Peter Hutter. Hierzu gehöre neben der Förderung des ökologischen Landbaus auch der Erhalt vielfältiger Fruchtfolgen sowie die Vermarktung regional angepasster Sorten und Rassen. „Die globale Ernährungssicherung ist eine der größten Zukunftsaufgaben für die Staatengemeinschaft“, betonte der Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg.

Veranstaltet wurde der Agrobiodiversitäts-Gipfel unter dem Motto „Vom Wert zum Mehrwert alter Nutztiere und –pflanzen“ von der Umweltakademie Baden-Württemberg, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) sowie weiteren Kooperationspartnern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ziel der Tagung war es, den Wert und die Bedeutung biologischer Vielfalt vor allem in der Landwirtschaft aufzuzeigen und Lösungsmöglichkeiten zu erörtern.

Einladung zum Agrobiodiversitäts-Gipfel am 29. Oktober 2014 in Bruchsal

Die globale Ernährungssicherung ist eine der größten Zukunftsaufgaben für die Staatengemeinschaft. Die konstant wachsende Weltbevölkerung stellt die Agrar-, Entwicklungs- und Nachhaltigkeitspolitik vor große Herausforderungen. Durch die Modernisierung der Landwirtschaft konnten in den vergangenen Jahren zwar höhere Erträge realisiert werden, jedoch verringerte sich dabei die Agrobiodiversität, also die biologische Vielfalt der für die Ernährung genutzten Flora und Fauna, in Besorgnis erregender Weise.
Ziel dieser ganztägigen Veranstaltung ist es, den Wert und die Bedeutung von biologischer Vielfalt, vor allem im landwirtschaftlichen Bereich, aufzuzeigen. Es werden politische Ziele und Vorhaben der kommenden Jahre erörtert und das aktuelle Förderernetzwerk in Deutschland vorgestellt. Am Nachmittag werden verschiedene Erfolgsprojekte präsentiert, die konkrete Ansätze für den Erhalt gefährdeter Kulturpflanzen und Nutztiere vermitteln. Der bundesweite Agrobiodiversitäts-Gipfel wird durch eine bunte Ausstellung rund um das Thema Agrobiodiversität ergänzt.

Agrobiodiversitätsgipfel

Agrobiodiversitätsgipfel

Was: Bundesweiter Agrobiodiversitäts-Gipfel
Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 09.30 Uhr – 17.15 Uhr
Wo: Bürgerzentrum, 76646 Bruchsal
Wer: Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, dem Ökolandbau, dem Einzelhandel und der Lebensmittelwirtschaft sowie alle am Thema Interessierten
Wie: Anmeldung und weitere Informationen unter lisa.baeuerle@um.bwl.de
Sonstiges: Tagungsgebühr: € 20.- inkl. Tagungsgetränk und Verpflegung (Schüler und Studierende mit entsprechendem Nachweis kostenfrei).

Programm Agrobiodiversitäts-Gipfel

Gerne dürfen Sie auch Ihre Kollegen, Mitglieder und andere interessierte Personen ansprechen. Sollten Sie Terminvormerker oder Detailprogramme auslegen können, lassen wir Ihnen diese gerne postalisch zukommen.

Mehr Informationen:
Lisa Bäuerle, Umweltakademie Baden-Württemberg
Telefon: 0711 126-2814
E-Mail: Lisa.Baeuerle@um.bwl.de

Save the date: Bundesweiter Agrobiodiversitäts-Gipfel – Land 2022: Economy of Biodiversity

Die globale Ernährungssicherung ist eine der größten Zukunftsaufgaben für die Staatengemeinschaft. Die konstant wachsende Weltbevölkerung stellt die Agrar-, Entwicklungs- und Nachhaltigkeitspolitik vor große Herausforderungen. Durch die Modernisierung der Landwirtschaft konnten in den vergangenen Jahren zwar höhere Erträge realisiert werden, jedoch verringerte sich dabei die Agrobiodiversität, also die biologische Vielfalt der für die Ernährung genutzten Flora und Fauna, in Besorgnis erregender Weise.
Eine hohe Agrobiodiversität ist jedoch von größter Bedeutung für die Landwirtschaft und die Ernährung. Die Verfügbarkeit verschiedenster Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen hilft, den Herausforderungen der Zukunft aktiv zu begegnen. Nur durch einen umfassenden Genpool können Ertragsrisiken eingedämmt und eine zuverlässige Ernährungssicherung gewährleistet werden.
Ganz bewusst möchte die Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg mit dem Agrobiodiversitäts-Gipfel die Bewahrung der vom Menschen gezüchteten biologischen Vielfalt als unersetzliches Erbe sowie eine nachhaltige Lebensmittelproduktion als Beitrag zum Schutz der Kulturlandschaft in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Agrobiodiversitätsgipfel

Agrobiodiversitätsgipfel

Gemeinsam mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen, dem Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt e.V., der ARCHE NOAH Gesellschaft zur Erhaltung und Verbreitung der Kulturpflanzenvielfalt, der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. sowie dem Keyserlingk-Institut und ProSpecieRara Gemeinnützige Gesellschaft für die kulturhistorische und genetische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in Deutschalnd wird das Thema ganzheitlich und mit größtmöglicher Öffentlichkeitswirksamkeit angegangen.
Ziel der ganztägigen Veranstaltung ist es, den Wert und die Bedeutung von biologischer Vielfalt, vor allem im landwirtschaftlichen Bereich, aufzuzeigen. Es werden politische Ziele und Vorhaben der kommenden Jahre erörtert und das aktuelle Förderernetzwerk in Deutschland vorgestellt. Am Nachmittag werden verschiedene Erfolgsprojekte präsentiert, die konkrete Ansätze für den Erhalt gefährdeter Kulturpflanzen und Nutztiere vermitteln. Der bundesweite Agrobiodiversitäts-Gipfel wird durch eine bunte Ausstellung rund um das Thema Agrobiodiversität ergänzt.

Was: Bundesweiter Agrobiodiversitäts-Gipfel

Wann: Mittwoch, 29. Oktober 2014, 09.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Wo: 76646 Bruchsal, Bürgerzentrum

Wer: Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, dem Ökolandbau, dem Einzelhandel und der Lebensmittelwirtschaft sowie alle am Thema Interessierten

Wie: Anmeldung und weitere Informationen unter http://www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de bzw. lisa.baeuerle@um.bwl.de

Tagungsgebühr: 20.- Euro inkl. Tagungsgetränk und Verpflegung (Schüler und Studierende mit entsprechendem Nachweis kostenfrei).

Mehr Informationen:
Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
Lisa Bäuerle
Telefon: (0711) 126 – 2814
E-mail: Lisa.Baeuerle@um.bwl.de
www.umweltakademie.baden-wuerttemberg.de

Schutz für Schmetterlinge

Wer mit aufmerksamen Augen unterwegs ist, wird feststellen, dass die Anzahl an Schmetterlingen stetig abnimmt. Rund Vierfünftel der Insekten mit den oft auffällig bunten Flügeln sind bedroht. Der Grund ist vor allem in der Industrialisierung der Landwirtschaft zu sehen. Die früher kleinräumig strukturierte Landschaft ist fast gänzlich verschwunden. Stattdessen sind Monokulturen entstanden. In der Folge wurde die Schmetterlingsfauna verdrängt.

In manchen topografisch komplizierten Mittelgebirgsregionen sind die Biotopvielfalt und die Vernetzung noch ausreichend. Hier ist auch die Schmetterlingsvielfalt angenehm groß. Schmetterlinge sind also “Bioindikatoren” für eine ökologisch vitale Umwelt. Je weniger Arten wir sehen, desto gefährdeter ist der Naturraum.

Schmetterlinge benötigen Schutz. Und jeder kann etwas dazu beitragen. Es hilft bereits, wenn man den Garten zumindest in einer Ecke naturnah mit heimischen Pflanzen gestaltet. Gehölze wie Schlehe, Weißdorn, Hainbuche und Liguster sind gut, ebenso Brombeeren, Brennesseln und Zaunwinden. Und eine Wiese, die nur ein oder zweimal im Jahr gemäht wird und Wildblumen Platz bietet. Wenn die Nachbarschaft ähnlich denkt, entsteht eine Vernetzung, die bis in die Feldflur reichen kann. Dort sind die Landwirte gefragt. Hecken sind wünschenswert (was auch die Felder vor Wind schützt), oder Wildblumenstreifen längs der Felder. Gehen diese in natürliche Waldränder über, kehren Lebensräume zurück – und die Arten erholen sich.

Tagpfauenauge

Tagpfauenauge (Foto: Beentree)