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Tiere auf der Roten Liste

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Zauneidechse/Foto: Pixelio

Das sind keine guten Nachrichten zum Frühlingsanfang: 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten stehen nach Angaben des Naturschutzbundes Baden-Württemberg im Südwesten auf der Roten Liste. Bei den Vögeln sind das etwa die Kiebitze oder Feldlerchen, bei den Säugetieren der Luchs, der Feldhamster oder die Fledermaus. Auch der Laubfrosch oder die Zauneidechse gehören zu den bedrohten Arten. Achten Sie doch bei Ihrem nächsten Spaziergang auf dem Feld oder durch den Wald einmal darauf, ob Sie eines dieser Tiere sehen oder hören können!

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Ein Nest für Vögel

Erster Artenschutz-Aktionstag der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg im Natur-Info-Center “Casa Mellifera” war ein voller Erfolg

Ludwigsburg. Am Sonntag, 6. April 2014 drehte sich beim ersten Artenschutz-Aktionstag der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg im Natur-Info-Center “Casa Mellifera” am Hungerberg in Ludwigsburg alles um die Welt der heimischen Vögel. Unter dem Motto „Nur was man kennt, kann man schützen“ waren Besucher dazu eingeladen, sich über die Vielfalt heimischer Vogelarten und ihrer Lebensräume zu informieren.
Bei schönstem Frühlingswetter strömten zahlreiche Besucher durch das frische Grün des Hungerbergs zum Natur-Info-Center Casa Mellifera. Dort wurden die Vogelfreunde ermuntert, gleich selbst Hand anzulegen, um praktischen Artenschutz zu betreiben. Denn bei unseren Vögeln herrscht Wohnungsnot. Mehr als die Hälfte der Arten in Deutschland werden laut Naturschutzbund (NABU) inzwischen als gefährdet eingestuft. Oft fehlen in unserer ausgeräumten Landschaft geeignete Nist- und Brutmöglichkeiten wie Hecken, üppige Ackerrandstreifen, Gestrüpp oder alte Bäume mit natürlichen Höhlen. So durften die Besucher des Aktionstages unter Anleitung von Erich Ludwig von der Seniorenbegegnungsstätte unterschiedliche Nisthilfen bauen. Besonders Kinder hatten viel Freude daran, mit Hammer und Akkuschrauber hübsche Vogelhäuschen zu zimmern. Aber auch viele Erwachsene hämmerten und schraubten emsig, während andere mit den Vogelkennern fachsimpelten.
Mit ihrem Gesang und buntem Gefieder sind Vögel bei uns sehr beliebt. Gerade jetzt im Frühling erfreuen wir uns an dem bunten Treiben in der Luft. Wer allerdings zum Schutz der Tiere beitragen will, muss sich auskennen. „Die Bedürfnisse der einzelnen Arten sind so vielfältig wie ihr Gesang”, sagt Frank Handel vom NABU Ludwigsburg. „Wenn wir Nisthilfen für Vögel bauen und aufhängen wollen, müssen wir wissen, welche Brutgewohnheiten die Vögel haben, wie die Umgebung aussehen sollte und ob die Vögel in der Nähe genug Futter finden”, betont man bei der Umweltakademie. Der Gartenrotschwanz beispielsweise bevorzuge es etwas heller, weshalb das Einflugloch oval sein sollte. Der Vogel reagiere sehr empfindlich auf Pflanzengifte. Ein naturnah gestalteter Garten mit Blumenwiese, Sträuchern und Bäumen biete dagegen ein gutes Nahrungsangebot.
Auch das Vogelvorkommen der Zugwiesen konnte man beim Aktionstag studieren. Dabei war ein Vogel besonders präsent: Der Grünspecht ist Vogel des Jahres 2014. Im Grünzug am Hungerberg rund um das Natur-Info-Center hört man oft seinen markanten Ruf, der wie ein gellendes Lachen klingt. Fast ebenso markant sind sein grün-gelbliches Gefieder und die rot-schwarze Augenmaske. Der Grünspecht kommt überall dort vor, wo Grünland mit altem Baumbestand zu finden ist. Im Gras sucht der Specht mit seiner klebrigen Zunge nach Ameisen, und in alten Bäumen findet er geeignete Bruthöhlen. Bevorzugter Lebensraum sind Streuobstwiesen; da diese aber immer seltener zu finden sind, zunehmend auch Parks oder Gärten. Der NABU setzt sich, um den Lebensraum des Grünspechtes und vieler anderer Vogelarten zu schützen, dafür ein, dass in städtischen Grünanlagen, in Hausgärten und auf Obstbaumwiesen konsequent auf Pestizide verzichtet wird.
Das Kennenlernen der Tiere ist für die Umweltakademie wichtig, um Wissen und Schutzverständnis gegenüber der Natur zu ermöglichen. „In Zeiten, in denen die Leute mehr Automarken als Tier- und Pflanzenarten kennen, muss der Wissenserosion in Sachen Natur begegnet werden”, erklärte Katja Goll den Ansatz der Umweltakademie, die Besucher mit den Artenschutz-Aktionstagen für die Belange der Wildtiere zu sensibilisieren.

Besucher bauen Nistkästen beim Aktionstag

Besucher bauen Nistkästen beim Aktionstag

Dass dabei auch der Spaß nicht zu kurz kommt, konnte man den Besuchern ansehen, die bei Erich Ludwig tatkräftig zu Gange waren, um aus liebevoll vorgefertigten Holzteilen Nistkästen für den Garten zu zimmern. Ob Halbhöhle, Meisenkasten, Mauersegler- oder Fledermauskasten, der Schreinermeister hatte zahlreiche Modelle im Angebot. So durften beim Akademie-Aktionstag schon die Kleinsten zu Werke gehen und nebenbei Vogelarten und ihre Lebensweise kennen lernen. Am Maltisch konnten Kinder ihr Artenwissen künstlerisch umsetzen, während sich die Eltern am NABU-Stand informierten und sich zu den Nistkästen beraten ließen. Die stolze Bilanz des Aktionstages: In nur vier Stunden wurden 35 neue Nisthilfen gebaut.
„Für uns ist es wichtig, nicht nur aufzuzeigen wo es krankt, sondern den Menschen auch immer gleich Handlungsoptionen anzubieten” erklärt Katja Goll vom Akademie-Natur-Info-Center. Jeder Aktionstag widmet sich einem bestimmten Thema mit der Absicht, über positive Naturerlebnisse und Interaktion die Besucher des Casa Mellifera für die jeweiligen Belange zu sensibilisieren, zu informieren und ihnen darüber hinaus Möglichkeiten zum Handeln aufzuzeigen. Neben der Vermittlung von konkretem Natur- und Artenwissen sollen die Aktionstage dazu beitragen, dass Besucher über die gezeigten Beispiele zum allgemeinen Verständnis über Zusammenhänge in der Natur geführt werden. Darüber hinaus sollen die Besucher dazu angeregt werden, eigene Verhaltensweisen in Bezug zu ihrer Umwelt zu setzen.

Weitere Informationen:
Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg
Postfach 10 34 39, 70029 Stuttgart
Sabrina Temme, Tel. 0711 /126-2812
E-Mail: Sabrina.Temme@uvm.bwl.de